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Bauzinsen

Kein Zinsanstieg in Sicht

Für Baukredite mit zehn Jahren Laufzeit zahlen Immobilienkäufer weiterhin durchschnittlich weit weniger als ein Prozent Effektivzins. Experten erwarten, dass sich dies in den kommenden Monaten nicht wesentlich ändern wird.
In den vergangenen Monaten hat sich der Durchschnittszins für Baufinanzierungen mit zehn Jahren Laufzeit knapp unter der 0,70-Prozent-Marke eingependelt. Das belegt der Biallo-Index, ein Durchschnittswert, der auf rund 100 Angeboten beruht. Bei 15 Jahren Zinsbindung sind es 0,95 Prozent Effektivzins.

Viele Kreditinstitute unterbieten den Durchschnittszins jedoch erheblich. Das zeigt ein Blick in den Baufinanzierungsvergleich von Biallo.de. Beispiel: Der Kreditbedarf beträgt 200.000 Euro, die Laufzeit zehn Jahre, die Beleihung 60 Prozent und die Anfangstilgung 3,5 Prozent. Die Evangelische Bank verlangt hierfür 0,37 Prozent Effektivzins pro Jahr. Die Sparda-Bank Hessen ruft einen Effektivzins von 0,39 Prozent pro Jahr auf. Bei der Degussa Bank und der Hypovereinsbank sind es 0,40 Prozent Effektivzins pro Jahr. Die Monatsrate liegt bei den genannten Angeboten bei rund 650 Euro. Bei teureren Anbietern finden sich durchaus Zinssätze von mehr als einem Prozent, was die Monatsrate um 100 Euro und mehr erhöht. Noch etwas günstiger als die genannten Angebote von Banken und Versicherungen können Baufinanzierungen bei Finanzmaklern sein.

Mit längerer Laufzeit Zinssicherheit kaufen
Haben Kreditnehmer bei der Monatsrate finanziellen Spielraum, können sie die Anfangstilgung erhöhen. So sind sie schneller schuldenfrei und senken die Finanzierungskosten. Außerdem kann es in der aktuellen Zinssituation sinnvoll sein, sich den Zinssatz längerfristig zu sichern. Mit längerer Zinsbindung steigen in der Regel jedoch auch die Bauzinsen. Dafür können Kreditnehmer allerdings länger von den aktuell historisch niedrigen Zinsen profitieren.

Immobilienfinanzierungen mit 15 Jahren Laufzeit (200.000 Euro Kreditsumme, 60 Prozent Beleihung, 3,5 Prozent Anfangstilgung) gibt es bei der Hypovereinsbank für 0,68 Prozent, bei der Evangelischen Bank für 0,70 Prozent und bei der Sparda-Bank West für 0,75 Prozent Effektivzins pro Jahr. Kreditnehmer müssen eine Monatsrate von rund 700 Euro zahlen.

Volltilgerdarlehen: Niedrige Zinsen und Zinssicherheit
Wer sich das Zinsniveau felsenfest sichern möchte, kann auf ein Volltilgerdarlehen setzen. Beim klassischen Annuitätendarlehen bleibt bei der Erstfinanzierung in der Regel am Ende noch eine Restschuld, für die ein neuerlicher Kredit aufgenommen werden muss. Beim Volltilgerdarlehen steht hingegen am Ende die Schuldenfreiheit. Der Kredit ist komplett getilgt. Je nach Kreditsumme fallen die Monatsraten bei Volltilgerdarlehen vergleichsweise hoch aus. Dafür belohnen die Kreditinstitute diese Kreditform meist mit einem günstigeren Zins als bei Annuitätendarlehen.

Durchschnittlich fallen für Volltilgerdarlehen mit 15 Jahren Laufzeit aktuell 0,84 Prozent Effektivzins an – rund ein Zehntel weniger als beim 15-jährigen Annuitätendarlehen. Angebote gibt es laut Baufinanzierung-Vergleich von Biallo.de bei Banken und Versicherungen bereits ab 0,53 Prozent Effektivzins pro Jahr (200.000 Euro Kreditsumme, 60 Prozent Beleihung). So viel verlangt die Hypovereinsbank. Bei der Evangelischen Bank sind es 0,59 Prozent und bei der Degussa Bank 0,60 Prozent. Die Monatsrate liegt bei rund 1.150 Euro. Auch hier gilt, dass Angebote von Finanzmaklern sogar noch günstiger ausfallen können.

Bauzinsen 2021: Gute Aussichten für Kreditnehmer
Wer eine Immobilie kaufen möchte, muss sich besonders in Großstädten und Ballungsgebieten oft sehr schnell entscheiden, damit ihm kein anderer Käufer zuvorkommt. In Sachen Baufinanzierung können sich angehende Immobilienbesitzer hingegen entspannen. Experten rechnen nicht damit, dass die Bauzinsen in den kommenden Monaten deutlich ansteigen werden. Das ergab eine Befragung durch Biallo.de. "Wir gehen davon, dass die Bauzinsen auch in den nächsten Monaten auf dem jetzigen Niveau bleiben - leichte Schwankungen nicht ausgeschlossen", sagt Stefan Kohler, Leiter Baufinanzierung bei der Allianz.

Eva Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft bei der Deutschen Bank, erläutert: „Da sich die langfristigen Bauzinsen üblicherweise grob an der Verzinsung deutscher Staatsanleihen orientieren, sollte man diese im Blick behalten. Die geldpolitischen Maßnahmen in der Pandemie sprechen für Negativ- und Nullzinsen auf absehbare Zeit. Damit dürften auch zehnjährige Bundrenditen kaum Potenzial nach oben besitzen.“

Allenfalls einen leichten Zinsanstieg prognostizieren die Experten der 1822 direkt: „Wir erwarten, dass die zehnjährigen Bundesanleihen als Benchmark leicht steigen, den negativen Bereich jedoch nicht verlassen werden. Analog dürften sich die Zinsen für Immobilienfinanzierungen selbst bei leichter Erhöhung weiterhin auf dem niedrigen Niveau bewegen. Wir prognostizieren mithin keine Trendwende bei der Zinsentwicklung. Ein Unsicherheitsfaktor sind die volkswirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. Als Folge könnten die Risikozuschläge steigen“, sagt Alexander Naumann, Bereichsleiter Kundenservice und Immobiliencenter bei der 1822 direkt.

von biallo.de
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