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Tagesgeld für Neukunden

Von Bonuszinsen und Zinsgarantien profitieren

Öfters mal das Geldhaus wechseln und überdurchschnittliche Neukundenangebote nutzen - so können Sparer ihre Zinsbilanz deutlich aufbessern. Bis zu 0,55 Prozent Tagesgeldzins sind aktuell drin.
Keine Frage: Das Zinsniveau ist niedrig. Daran wird sich zeitnah wohl auch noch nichts ändern. Entsprechend tendieren auch die Tagesgeldzinsen gegen Null. Der Biallo-Index – ein Durchschnittswert aus 72 Angeboten – notiert aktuell bei 0,11 Prozent. Es gibt jedoch Anbieter, die ein Vielfaches an Zinsen bieten. Oft sind dies Angebote, um neue Kunden zu gewinnen. Sogenannte Neukundenangebote. Neben dem meist überdurchschnittlichen Zins haben sie in der Regel einen weiteren Vorteil: Sie sind meist mit einer Zinsgarantie verbunden. Der Zinssatz kann während dieser Garantiezeit nicht sinken.

Neukundenangebote im Überblick

Renault Bank Direkt: Das höchstverzinste Neukundenangebot im Biallo-Tagesgeld-Vergleich stammt von der Renault Bank Direkt. Ihr Neukunden-Aktionszins in Höhe von 0,55 Prozent pro Jahr ist für sechs Monate festgeschrieben und gilt für Anlagen bis 500.000 Euro. Für Beträge darüber erhalten Neukunden bei dem französischen Geldhaus 0,15 Prozent. Ab dem siebten Monat werden Anlagen bis 500.000 Euro mit dem variablen Zinssatz von aktuell 0,25 Prozent verzinst, Einlagen darüber mit 0,15 Prozent.

Advanzia:
Das luxemburgische Geldhaus bietet einen Neukundenzins von 0,40 Prozent für drei Monate garantiert. Der Bestandskundenzins beträgt aktuell 0,25 Prozent pro Jahr.
Wichtig zu wissen: Da die Bank ihren Sitz in Luxemburg hat, ist die Einrichtung eines Freistellungsauftrags nicht möglich. Anleger müssen sich selbst um die Versteuerung ihrer Zinsgewinne kümmern.

Bank 11: Die auf die Finanzierung im KFZ-Handel spezialisierte Bank mit Sitz im nordrhein-westfälischen Neuss offeriert einen Neukundenzins von 0,40 Prozent. Der Zinssatz gilt für Anlagen bis 100.000 Euro und ist garantiert bis zum 8.11.2020.

Südtiroler Sparkasse: Tagesgeld-Neukunden erhalten hier 0,20 Prozent für drei Monate garantiert – danach gilt der variable Standardzins von aktuell ebenfalls 0,20 Prozent pro Jahr. Die überdurchschnittliche Verzinsung geht hier allerdings zu Lasten der Sicherheit: Zwar sind innerhalb der Europäischen Union Spargelder bis zu einer Höhe von 100.000 Euro je Anleger abgesichert, allerdings ist nicht jedes Sicherungssystem auf dem gleichen Niveau, denn der jeweilige Staat ist der Garant für die Einlagensicherung. So bewertet die renommierte Ratingagentur Standard & Poor's die Finanzstabilität Italiens mit BBB, also durchschnittlich.

Barclays: Hier liegen Tagesgeld-Sparer immer konstant 0,10 Prozentpunkte über dem Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB-Leitzins derzeit bei 0,00 Prozent). Aktuell bekommt man für sein Tagesgeld als Neukunde daher 0,10 Prozent, für zwölf Monate garantiert. Es gibt keine Mindestanlagesumme.

Neukundenangebote sind allerdings nicht zwangsläufig höher verzinst als Angebote für Bestandskunden. Einige Banken machen keinen Unterschied zwischen Neu- und Altkunden. Sie zahlen allen Sparerinnen und Sparern die gleichen Zinsen. Das gilt etwa für die estnische Bigbank (0,50 Prozent) und die niederländische Leaseplan Bank (0,35 Prozent). Die spanische Openbank bietet stattliche 0,50 Prozent Tagesgeldzinsen pro Jahr – Voraussetzung ist allerdings, dass Kunden zusätzlich ein kostenloses Openbank-Girokonto eröffnen.

Selbst ein kleines Zinsplus ist immerhin besser als keines. Der Aufwand für einen Kontowechsel hält sich in Grenzen. Danach arbeiten dann die Ersparnisse von ganz alleine.

Festgeld statt Tagesgeld

Ein Tagesgeldkonto empfiehlt sich für Rücklagen, auf die man jederzeit Zugriff haben sollte. Hierher gehört zum Beispiel angespartes Geld für Reparaturen am Haus oder für den nächsten Urlaub. Wer weiß, dass sie oder er einen Teil des Geldes für eine Weile entbehren kann, kann mit Festgeld noch etwas höhere Zinsen einstreichen als mit Tagesgeld. Bei einem Jahr Laufzeit und Einlagensicherung mit höchster Sicherheit findet sich im Biallo-Vergleich die schwedische Klarna mit 0,72 Prozent an der Spitze. Bei der niederländischen Leaseplan Bank gibt es 0,55 Prozent und zum Beispiel bei der Merkur Privat Bank, der SWK Bank und der Ziraat Bank 0,50 Prozent. Bei den drei zuletzt genannten Anbietern gilt die deutsche Einlagensicherung.

Die italienische FCA Bank zahlt für einjähriges Festgeld sogar außergewöhnliche 1,35 Prozent Zinsen. Allerdings gilt hier wie bei der Südtiroler Sparkasse die italienische Einlagensicherung - und die Ratingagentur Standard & Poor's schätzt die Finanzstabilität Italiens deutlich schlechter ein, als etwa die von Deutschland, den Niederlanden oder Schweden.
von biallo.de
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