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Smartphone-Girokonto

Fidor schafft das kostenlose Girokonto ab

Die Smartphone-Bank Fidor führt für ihr Girokonto Kontoführungsgebühren ein. Wer das Konto jedoch intensiv nutzt, bekommt diese Gebühr erstattet. Die Zahl kostenloser Girokonten sinkt.
Die E-Mail klingt zunächst vielversprechend: "Um Dir weiterhin innovative und außergewöhnliche Produkte anbieten zu können, werden wir unser Preismodell weiterentwickeln", schreibt die Fidor Bank an ihre Kunden. Wer sich dann das neue Preis- und Leistungsverzeichnis näher ansieht, wird darin jedoch weder etwas "innovatives" noch "außergewöhnliches" entdecken.

Denn statt null Euro Jahresgebühr, werden ab 1. November fünf Euro für das bislang kostenlose "Smart Girokonto" fällig. Diese Gebühr erstattet die Münchner Direktbank ihren Kunden, wenn sie mehr als zehn Transaktionen im Monat vorweisen können – etwa in Form von Daueraufträgen, Überweisungen oder auch Kartenzahlungen. Das sollten die meisten Kunden, die aktiv dieses Konto nutzen, auch schaffen, sodass dieser Preis nicht ganz so schlimm ist, wie er auf den ersten Blick aussieht.

Allerdings: Wer wenig Geld hat und auf ein Pfändungsschutzkonto oder ein Basiskonto angewiesen ist, zahlt die fünf Euro in jedem Fall, denn für diese Klientel gilt die Bonusregelung nicht.

Nur noch 39 kostenlose Girokonten

Damit muss die Fidor Bank aus der Biallo-Übersicht der Banken, die ein kostenloses Girokonto anbieten, ab 1. November herausgenommen werden. Dann sind es nur noch 39 Anbieter. Und auch die Kollegen von "Finanztest" müssen ihre kleine Liste von 22 Anbietern um diesen einen kürzen. Aber immerhin kann Fidor dann zu den 80 Anbietern umgruppiert werden, die eine Null-Euro-Grundgebühr an eine bestimmte Bedingung knüpfen. Meist ist das ein regelmäßiger Geldeingang von 500 Euro und mehr.

PR-technisch ist das natürlich nicht so schön. Da fragt man sich, was das Motiv für diese Preiserhöhung war. "Gibt es vielleicht viele Karteileichen, die das Konto nicht nutzen und will man die auf diese Weise loswerden?" hat biallo.de die Fidor-Pressestelle gefragt. Aus den Erfahrungen der Vergangenheit weiß biallo.de jedoch, dass Presseanfragen an Fidor entweder gar nicht oder erst sehr spät beantwortet werden. Sollte die Fidor Bank doch antworten, wird die Antwort hier zu lesen sein.

Anstieg bei den Dispozinsen


"Außergewöhnlich" kann man eine zweite Preisanhebung nennen. Fast alle Banken und Sparkassen geben die immer weiter sinkenden Zinsen ihren Kunden in Form reduzierter Dispokredit-Zinsen weiter. Die Münchner hingegen heben diese von 7,49 auf 8,50 Prozent pro Jahr an.

Und wenig "innovativ" ist es zudem, seinen Kundinnen und Kunden nur zwei Bargeldauszahlungen kostenfrei zu gestatten und danach drei statt bislang zwei Euro in Rechnung zu stellen. Das können Konkurrenten wie DKB, ING oder Comdirect viel besser, weil mit deren Kreditkarten Verbraucher in der gesamten Eurozone oder sogar weltweit kostenlos Bargeld ziehen können.
von Horst Biallo
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